[Rezension] Fragmente – Partials 2 von Dan Wells (Partials #2)

[Rezension] Fragmente – Partials 2 von Dan Wells (Partials #2)Fragmente - Partials 2
by Dan Wells

Reihe: Partials #2
Verlag: IVI
Erschienen am March 10th 2014
Genres: Dystopie, Fiction, Postapokalyptisch, Young Adult
Seiten: 576
Format: Hardcover
Quelle: Rezensionsexemplar
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Kira Walker hat das Heilmittel für RM gefunden, aber der Kampf um das Überleben des Menschen und der Partials fängt gerade erst an. Kira hat  East Meadow verlassen, verzweifelt auf der Suche nach hinweisen, wer sie ist. Da die Partials, selbst die Heilung im Blut halten, kann RM kein Zufall sein  — es muss Bestandteil eines umfassenderen Plans sein, einen Plan, der Kira beinhaltet, einen Plan, der beide Seiten retten kann. Ihre Gefährten sind Afa Demoux, eine verrückte Drifter und ehemaliger Mitarbeiter von ParaGen, Samm und Heron, die Partials, die sie hätten verraten können und doch retteten sie ihr Leben. Sie sind auch die Einzigen, die ihr Geheimnis kennen. Aber kann sie ihnen trauen?
In der Zwischenzeit wieder auf Long Island, rüstet sich der Rest der Menschheit  für den Krieg gegen die Partials und Marcus weiß, dass seine einzige Hoffnung ist, dies hinaus zu zögern, bis Kira zurück kommt. Aber Kiras Weg führt sie immer tiefer durch das verwüstete Land, das der Isolationskrieg aus dem nordamerikanischen Kontinent gemacht hat - und dort wird sie dem schrecklichsten Feind begegnen, den die Menschheit je gekannt hat ...

RomanzeMystikDystopieHistorisch


Dies ist Band 2, wer den ersten nicht kennt sollte hier nicht weiter lesen !

 Meine Gedanken zum Buch

Nach dem doch schockierendem Ende von Band 1 – Aufbruch wollte ich unbedingt die Fortsetzung lesen und musste doch wieder ein Jahr lang warten. Leider bekomme ich immer mehr Probleme bei so vielen Büchern die ganzen Handlungen in Erinnerung zu behalten. Zum Glück habe ich schnell festgestellt, das mir die Hauptstory immer noch sehr gut im Gedächtnis geblieben ist, so das mir der Einstieg in Fragmente sehr gut gelungen ist, denn Fragmente fängt genau da an, wo Aufbruch endet. Kira, Samm haben Long Island verlassen und folgen nun den Anweisungen von Nandita den TRUST zu finden. Doch wer oder was ist der Trust und wo müssen sie danach suchen. Die Antwort finden sie auf dem wohl größten Roadtrip in der Geschichte seid es Dystopien gibt.

Ich denke die größte Stärke von Fragmente (und Aufburch auch) ist die rasante und spannende Geschichte. Das Buch zwar ein richtiger Wälzer, aber es ist bis auf einige Ausnahmen sehr unterhaltsam. Wells gibt dem Leser immer wieder Informationen und drängt auf die Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Aktion ist konstant, aber nicht überwältigend. Und all das macht die Fortsetzung um Kiras Geschichte so toll. Meine Ansicht nach hat der Autor die perfekte Balance gefunden, und er nutzt es. (Gerne weiße ich an dieser Stelle daraufhin, das es auch einige Leser nicht so sehen, die fanden das Buch als zu langatmig, aber das ist immer Geschmackssache und ich habe es meistens nicht so empfunden.) 

Wo Dan Wells meiner Ansicht nach keine so gute Balance gefunden hat war bei der Erzählung der Geschichte in den verschiedenen Perspektiven. Dazu sollte man wissen, dass Fragmente  aufgeteilt ist Kiras „Gruppe“, ihr Freund Marcuss „Gruppe“ und gelegentlich einige andere Gruppen, die an einem anderen Ort sind. Wäre diese Aufteilung nicht gewesen und das Buch wäre nur aus der Perspektive von Kira erzählt worden hätten wir zwar nur die eine Hälfte der Wahrheit erhalten, aber eine wichtige und vielleicht nicht so recht gelungene Folge dieser Situation ist natürlich, dass das Buch fast zweimal solang ist wie ein typische YA Roman, manchmal geht das leider zu Lasten der Spannung und gerade die Momente aus der Sicht von Markus haben mir nicht immer gefallen. Sie waren mir einfach zu emotionslos und ich wäre Dan Wells auch nicht böse gewesen, wenn er diese weg gelassen hätte.

Was mit an diesem Band sehr gut gefallen hat, war die Entwicklung der einzelnen Individuen. Besonders Kira wurde in meinen Augen sehr gut dargestellt. Dieser Zwiespalt in ihrer Person konnte Dan Wells in meinen Augen sehr gut darstellen. Was ist Kira nun eigentlich? Mensch oder doch Partial. Nun, für Samm und Heron steht die Antwort fest. Kira ist eine von ihnen, doch Kira sieht es genau anders. Sie ist unter Menschen ausgewachsen und daher stellen die Menschen bei ihr immer noch an erster Stelle, oder zu mindest denkt sie als Einzige über die Rettung beider Parteien nach und steht damit bisher leider alleine da. Dan Wells kümmerte ganz genau um die Entwicklung  jeder Persönlichkeit und lässt sie dadurch sehr real und natürlich wirken.

Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Dystopien und Young Adult Büchern spart Dan Wells hier wieder einmal mit der Romantik. Zum Glück muss ich sagen, denn Bücher ohne Schmalz und Kitsch sind in meinem Lesealltag sehr willkommen und eine erfrischende Abwechselung. Dass es nicht ganz ohne Gefühle geht ist klar, denn schließlich gehört die Liebe nun einmal zum Leben, aber Dan Wells lässt sie einfach nebenbei laufen. Ganz zart und unaufdringlich. So hat mich besonders auf den letzten 100 Seiten eine Stelle fast zum weinen gebracht, weil ich sie einfach wunderschön und traurig fand und bin gespannt wie es hier im dritten Band weiter geht. Leider habe ich das doofe Gefühl, dass uns dann im letzten Band eine Dreiecksbeziehung bevor steht, sollte Dan Wells nicht etwas unvorhergesehenes mit seinen Protagonisten veranstalten.

Manchmal muss die Gegenwart zur Hölle werden, damit die Zukunft so wird, wie sie sein soll. Seite 250

Fragmente hat eine Menge positiver Aspekte, dennoch ist es nicht ganz fehlerfrei, was auch der Grund ist, warum ich nicht die volle Punktzahl gegeben habe. Gerade am Anfang erwartet Dan Wells von seinen Lesern, das sie die Ereignisse aus dem ersten Band noch sehr gut in Erinnerung haben, denn er geht ohne einen kleinen Rückblick auf die vergangen Ereignisse gleich in seiner Handlung weiter. Wie im ersten Absatz geschrieben hatte ich damit diese Mal nicht so sehr meine Probleme, aber andere Leser könnte es vor eine kleine Herausforderung stellen und dafür sorgen, dass sie sich erst einmal wieder in die Geschichte einfinden müssen. Meiner Ansicht nach sollte man dies als Autor vermeiden, auch wenn Zusammenfassungen nicht jedermanns Sache sind.

Was den Schreibstil von Dan Wells angeht, so kann ich mich bei Weitem nicht beschweren. Dan Wells schreibt episch, sehr detailliert und großartig. Trotz der vielen Details und den medizinischen Momenten habe ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt. Vielleicht haben einige damit ihr Probleme und nicht jedem wird es gefallen, wenn über Genetik und Krankheiten gesprochen wird, aber geht nun einmal in diesem buch darum einen funktionierenden Impfstoff gegen RM zu finden und das Verfallsdatum der Partials zu verhindern und dabei spielt die Entwicklung von ParaGen sowohl medizinisch als auch politisch einen sehr großem Anteil. Dadurch lassen sich einige Begriffe und Fachwörter nicht vermeiden. Dies sollte man sich durch aus bewusst werden. 

Anschließend möchte ich darauf hinweisen, dass man sich bei diesem Buch im klaren sein muss, dass die Protagonisten auf der Such nach Informationen und Antworten auf ihre Fragen sind. Diese Antworten lassen sich leider nicht von heute auf morgen finden. Die Protagonisten müssen dafür lange Wege gehen und genau das vermittelt Dan Wells einem auch. Man sollte sich daher über zu viele Beschreibungen und Detailgenauigkeit aufregen sondern als Teil der Geschichte sehen. Als ich die letzte Seite des Buches gelesen hatte musste mir das auch erst klar werden. Hier habe ich wieder einmal erkannt, dass der Autor nie alles richtig machen kann. Fallen den Protagonisten die Antworten einfach so zu ist es falsch, müssen sie dafür kämpfen, lange Wege gehen und recherchieren ist das auch falsch, weil es uns als Leser zu lange dauert und langweilig wird. Es passt hier jedoch zum Buch und dadurch kann ich wirklich die Schwäche nur in den Passagen von Marcus sehen, das dazu geführt hat, das es keine 5 Belles werden.

 Der Weltenaufbau

Da sich Kira, Samm und Heron auf einer beschwerlichen Reise durch das zerstörte Amerika befinden und Dan Wells die Umgebung sehr genau beschreibt, habe ich einen sehr guten einblick über die Welt erhalten in der Kira, Marcus und die Anderen leben. Manch einer empfindet diese Beschreibungen als langweilig und zu detailliert, aber ich fand es genau richtig, denn ich konnte mich sehr gut in die Welt von Kira und Samm hineinversetzen. Durch seine Beschreibungen lässt Dan Wells wenig Spielraum für Fantasie und schafft dadurch eine so realistische Welt, dass ich im Moment kein Buch kenne, das sich mit Fragmente darin messen kann. Ein klarer Pluspunkt in diesem Werk.

Abschliessend ist zu sagen, dass …

Am Ende muss ich sagen hat mir der zweite Band doch besser gefallen als auf den ersten 100 Seiten vermutet. Sicherlich befinden sich die Protagonisten dieses Mal viel auf Reisen und sie sind gefühlte Jahre unterwegs, aber man muss auch bedenken, dass Sam, Kira und Heron große Strecken durch Amerika zu Fuß gehen und so erscheint die Reise dann doch nicht so lange. Außerdem erfahren wir gerade im letzten Drittel unheimlich viel über den Trust und die Hintergründe und ab der Hälfte habe ich mich ganz im Buch verloren und wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Sicherlich bringt es den Adrenalinspiegel der Leser keinen deut höher, aber es geht hier auch nicht um Aktion, sondern um die Gesellschaft, die Ethik und Moral und um die Wissenschaft. Und genau das bietet uns Dan Wells in diesem 576 Seiten langen Wälzer.

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2 responses to “[Rezension] Fragmente – Partials 2 von Dan Wells (Partials #2)

  1. Ich kann dir nur zustimmen, auch wenn das Buch bei mir volle Punktzhal bekommen hat (könnte daran liegen das ich es direkt nach Band 1 gelesen habe ;))!
    Es hat unglaublich Spaß gemacht die verschiedenen Geschichten weiter zu verfolgen, und ich kann es nun jetzt nicht mehr erwarten bis endlich der dritte Teil erscheint und übersetzt wird.

    LG Piglet ♥

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