[Rezension] Stranwyne Castle – Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron (The Dark Unwinding #1)

[Rezension] Stranwyne Castle – Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron (The Dark Unwinding #1)Stranwyne Castle - Das trügerische Flüstern des Windes
by Sharon Cameron

Reihe: The Dark Unwinding #1
Verlag: Egmont INK
Erschienen am May 2nd 2014
Genres: Romance, Steampunk, Young Adult
Seiten: 352
Format: Paperback
Quelle: Rezensionsexemplar
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Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katherine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katherine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katherine, die um ihr Leben fürchten muss …

RomanzeDreiecksbeziehungThriller / Spannung


  Warum wollte ich dieses Buch lesen?

Stranwyne Castle – Das trügerische Flüstern des Windes klang interessant und endlich einmal nach einer etwas anderen Geschichte. Da ich bisher auch noch kein Buch mit Steampunk Elementen gelesen hatte, sollte es mein erstes Buch in diesem Bereich sein.

Meine Gedanken zum Buch

Die Sonne schien warm, und der Himmel war strahlend blau, ein äußerst unpassendes Wetter, um seinen Onkel  in ein Irrenhaus einweisen zu lassen.Erster Satz

Was schreibt man nur über ein Buch, dass einen so gar nicht fesseln konnte? Eigentlich gar nichts, wenn man nichts schreiben kann, oder möchte und dennoch möchte ich versuchen ein bisschen darzulegen, warum Stranwyne Castle und ich nicht zu einander gefunden haben.

Fangen wir doch einmal mit der Story an, Katherine Tulman ist zu beginn der Geschichte 17 Jahre alt und soll im Namen ihrer Tante und ihrem Vormund Alice, ihren Onkel für unzurechnungsfähig erklären lassen und damit zu entmündigen. Das alles soll sie nur tun, um ihrem dummen Cousin das Erbe zu sichern, dass der unbekannte Onkel, der Bruder ihres Vaters, mit seinen „unsinnigen“ Erfindungen in den Augen der Tante verschwendet. Alleine die Ankunft auf Stranwyne Castle zeigte sich schon für mich als Leserin sehr anstrengend. Eine Küchenmagd dir ihr nicht wohlgesinnt ist, ein Junge der nicht spricht und ein junger Mann, der auch keine netten Worte für sie übrig hat. Alle scheinen zu wissen warum Katherine da ist und stellen sich mit all ihrer Macht gegen sie. Die erste Begegnung mit dem genialen und doch verrückten Onkel war für mich kein Lesevergnügen, sondern eine Quälerei, und ich selber merkte, dass ich mich dieser Art von leichter Verschrobenheit und einem Hang zum Schwachsinn nicht lange ertragen kann. Sätze in denen sich die Wörter immer wiederholen sind einfach nicht mein Fall.

Dem Klappentext zu urteilen sollten mich Intrigen, Ränkespiele und Gerüchte erwarten, doch diese ließen sehr lange auf sich warten und so nahm die Geschichte erst nach einem langen Vorlauf etwas an Fahrt auf und überschlug sich dann am Ende mit Enthüllungen und einer Katherine, die endlich lernte ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Zum Glück habe ich ja gelernt und muss sagen, dass das Lektorat bezüglich der angedeuteten Romanze zum Assistenten ihres Onkels etwas übertrieben hat. Sicherlich gibt es eine kleine Romane und es spielt sich auch einen kleine Dreiecksromanze ein, aber diese sind nicht so stark wie ich es mit vielleicht gewünscht habe. Lange musste ich überhaupt warten, bis ein bisschen Romantik aufkam und wenn ich es mit schon wünsche, dann könnt ihr euch vorstellen, dass hier fast gar nichts in dieser Richtung geschieht.

Ganz schwer hatte ich es hier  jedoch mit den Charakteren. Mit Katherine konnte ich leider überhaupt nichts anfangen. Auch wenn sie eine taffe und sehr intelligente junge Frau ist, bliebt sie mir durch ihre Gedanken und Taten nicht gerade gut im Gedächtnis. Sicherlich erzählt man in einer Geschichte nicht viel über sich selber, sondern schildert das Erlebte oder die aktuellen Ereignisse, aber ein bisschen mehr Tiefe hätte ich mit für ihren Charakter schon gewünscht und wenn mit die Hauptprotagonistin schon kaum im Gedächtnis geblieben ist, dann ist es mit den Nebenprotagonisten nicht viel besser. Versteht mich nicht falsch, ich kann mir Namen sehr gut merken wenn ich will (zum Glück kann sich Sharon Cameron hier nicht angepisst fühlen…), aber wenn ich nach 1,5 Wochen nicht mehr weiß wie die anderen Personen hießen, dann hat mich das Buch nicht fesseln können und ist einfach nicht im Gedächtnis geblieben.

Der Schreibstil ist wohl noch mit das Beste an diesem Roman. Gekonnt schaffte es Sharon Cameron den Spagat zwischen einer leichten Sprache passend zu Jugendbüchern und dem Jahrhundert ihrer Geschichte entsprechend. So konnte ich das Buch trotz der, in meinen Augen, vielen Schwächen recht zügig lesen. Und dennoch habe ich für diese knapp 350 Seiten länger als normal benötigt, da ich der Story nicht immer folgen konnte.

Es ist nicht immer einfach zu beschreiben was an einem Buch nicht so funktioniert hat und ich finde ein Buch zu bewerten ist immer sehr subjektiv. Das habe ich in letzter Zeit immer wieder bemerkt. Hat man mit der Figur im Roman Gemeinsamkeiten, kann man sie verstehen? Wenn das nicht der Fall ist, dann kann man auch nicht mitfühlen und so blieben mir die Personen und die Dinge die ihnen widerfahren ist auch gleich gültig.

Abschliessend ist zu sagen, dass …

Stranwyne Castle war leider nicht nach meinem Geschmack. Wer auf einen minimalen Hauch Romantik und kaum zählbare Intrigen und lang gehüteten Geheimnissen steht, dem könnte Stranwyne Castle durch aus gefallen. Dennoch ist es in meinen Augen nicht jedermanns Sache und ich werde den zweiten Band nicht mehr lesen, da ich keine Verbesserung für den zweiten Band sehe. Eine nette Story mit viel Potential, die aber leider für mich nicht harmoniert hat. Und unter Steampunk habe ich  mir auch etwas anderes vorgestellt. Der Spagat zwischen viktorianischem Zeitalter und modernen Errungenschaften ist hier meiner Ansicht nach nicht sehr gut geglückt. Aus diesem Grund kann ich auch nur 2,5 von 5 Belles vergeben. belle-4

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